In 9 Schritten zur eigenen steckerfertigen PV-Anlage

  1. Zustand der Hausinstallation prüfen

    Schritt 1:

    Veraltete Schraubsicherungen (sogenannte Schmelzsicherungen) dürfen nicht mehr verbaut sein, wenn Sie eine steckerfertige PV-Anlage betreiben möchten. Bei Unsicherheit empfiehlt sich die Einschätzung durch einen eingetragenen Elektroinstallationsbetrieb. Nach den aktuell geltenden Regeln der Technik ist die Anlage an einer Energiesteckdose nach DIN VDE V 0628-1 zu betreiben.

  2. Vermieter oder Eigentümergemeinschaft informieren

    Schritt 2:

    Seit der Novellierung des Wohnungseigentumsgesetzes zählen Balkonkraftwerke zu den sogenannten privilegierten Maßnahmen — eine Ablehnung ist grundsätzlich nicht mehr zulässig. Einschränkungen können jedoch bei der Montage an Hauswand oder Dach bestehen. Sprechen Sie die Einzelheiten vorab mit Ihrem Vermieter oder der Hausverwaltung ab.

  3. Fördermöglichkeiten prüfen

    Schritt 3:

    Einige Förderprogramme für Balkonkraftwerke erfordern eine Antragstellung vor dem Kauf. Prüfen Sie daher frühzeitig, welche Zuschüsse Ihre Stadt, Gemeinde oder Ihr Bundesland anbietet.

  4. Anlage kaufen

    Schritt 4:

    Die zulässige Einspeiseleistung für steckerfertige PV-Anlagen beträgt aktuell 800 Watt Wechselrichterleistung pro Wohnung. Achten Sie beim Kauf auf ein gültiges Einheiten- und NA-Schutz-Zertifikat sowie eine Herstellererklärung zur Konformität mit der VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4105.

  5. Anlage montieren

    Schritt 5:

    Montieren Sie das Balkonkraftwerk nach der Herstelleranleitung. Beachten Sie dabei alle Sicherheitsvorgaben. Für Montagen an der Fassade oder auf dem Dach kann die Zustimmung des Vermieters oder der Hausverwaltung erforderlich sein (siehe Schritt 2).

  6. Anmeldung – was ist erforderlich?

    Schritt 6:

    Für steckerfertige PV-Anlagen ist keine separate Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich. Eine Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur genügt.

    Der überschüssige Strom, den Ihre Anlage ins Netz einspeist, wird standardmäßig als „unentgeltliche Abnahme" vermarktet – ohne Vergütung.

    Wer eine Einspeisevergütung für den Überschussstrom erhalten möchte, meldet die Anlage zusätzlich über das Hausanschlussportal der SWE an.

  7. Anlage im Marktstammdatenregister registrieren

    Schritt 7:

    Legen Sie ein Benutzerkonto beim Online-Service der Bundesnetzagentur an und tragen Sie die technischen Daten Ihrer Anlage ein. Die Registrierung ist gesetzlich vorgeschrieben und in wenigen Minuten abgeschlossen.

  8. Versicherungsschutz klären

    Schritt 8:

    Klären Sie mit Ihrem Versicherer, ob der Betrieb der Anlage im bestehenden Versicherungsschutz — z. B. Hausrat oder Haftpflicht — abgedeckt ist oder ob eine Anpassung nötig ist.

  9. Anlage in Betrieb nehmen

    Schritt 9:

    Beachten Sie die Inbetriebnahmevorgaben des Herstellers. Ab jetzt produzieren Sie eigenen Solarstrom.

Balkonkraftwerk mit Solarmodul am Geländer eines MehrfamilienhausesMit KI generiert

Weiterführende Informationen

  • Technische Hinweise zu steckerfertigen Solargeräten stellt das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) bereit: www.vde.com/de/fnn
  • Eine Kurzinformation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz finden Sie unter: www.bmwk.de